Der Fotograf ist erkrankt!
Ersatztermin: Donnerstag
28.09.2017

26.09.2017
17.00 Uhr
Schulpflegschafts- sitzung anschl. Schulkonferenz

28.09.2017
17.00 Uhr
Elternabend über die Gefahren des Handys als Multifunktionsgerät durch KHK Stefan Didam

 

Warum das jahrgangsübergreifende Lernen?

10 Argumente für das jahrgangsübergreifende Lernen

  1. Kinder gleichen Alters können sehr unterschiedliche Entwicklungsstufen erreicht haben. Es gibt 6-jährige, die erst auf dem Stand von 4-5-jährigen sind und solche, deren Entwicklungsniveau bereits dem von 7-8-jährigen entspricht. So können auch in einer jahrgangsbezogenen Klasse Kinder sitzen, deren Entwicklungsunterschiede bis zu 3 Jahren betragen. Somit unterscheidet sich eine jahrgangsübergreifend organisierte Klasse nicht grundsätzlich von einer jahrgangsbezogenen. Dies ist auch in höheren Jahrgängen zu beobachten. Es gibt Kinder im zweiten Schuljahr, die bereits Stoff der Klasse 3 bearbeiten oder umgekehrt noch Stoff der darunter liegenden Stufe bearbeiten. Die Grundschule hat in jedem Fall die Aufgabe, alle Kinder differenziert und individuell zu fördern.

  2. Die altersgemischte Arbeiten schließt sich nahtlos an das seit den sechziger Jahren im Kindergarten bewährte Konzept der jahrgangsgemischten Gruppen an. Die Kinder finden in der Schule die gleiche Gruppensituation vor, die sie aus dem Kindergarten kennen. Das schafft für viele Kinder ein großes Maß an Sicherheit und Geborgenheit.

  3. In der jahrgangsübergreifenden Gruppe lernt jedes Kind eher in seinem individuellen Tempo, denn der Vergleich mit den anderen Kindern der Klasse ist nicht so offensichtlich. Es gibt meistens auch andere Kinder, die auf etwa dem gleichen Niveau stehen, wie man selbst.

  4. Die Motivation sowohl der schneller als auch der langsamer lernenden Kinder wird gestärkt, denn niemand muss schneller voranschreiten als er kann und wird dadurch entmutigt und frustriert. Niemand braucht sich zu langweilen, weil er warten muss, bis auch die anderen so weit sind, dass es weiter gehen kann.

  5. Jahrgangsübergreifende Arbeiten erweitern den Kommunikations- und Handlungsspielraum eines jeden Kindes. Sie lernen voneinander und erleben sich sowohl als Helfer als auch als Hilfesuchender. Sie erwerben viele Kompetenzen schneller.

  6. Kinder, die schneller lernen, bleiben in der ihnen vertrauten Umgebung (Klassenlehrerin, Freunde), sie lernen mit einem Teil der ihnen bekannten und vertrauten Mitschüler zusammen. Ein Gruppenwechsel beim Überspringen einer Klasse findet ebenfalls nicht mehr statt.

  7. Kinder, länger Zeit zum Lernen brauchen, können mit ihren Mitschüler in der ihnen vertrauten Gruppe bleiben. Ein Rücktritt in die 1. Klasse oder ein Sitzenbleiben in höheren Jahrgängen wird so abgemildert und von den Kindern nicht als schlimm empfunden.

  8. Im Jahrgangsübergreifenden Unterricht lernen Kinder zwangsläufig, mit Unterschieden in ihren individuellen Leistungsvermögen umzugehen. Da es immer Kinder gibt, die mehr oder weniger können als man selbst, werden solche Unterschiede leichter akzeptiert und toleriert. Entsprechende wichtige soziale Kompetenzen können fast "nebenbei" erworben werden.

  9. Jahrgangsübergreifender Unterricht setzt Unterrichtskonzepte voraus, die den Ansprüchen an Differenzierung und Individualisierung genügen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Lehrerin, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, einzelne Kinder genau zu beobachten, sie zu beraten und zu fördern.

  10. Beobachtungen zeigen, dass viele Kinder im jahrgangsübergreifenden Unterricht schneller und größere Lernfortschritte machen, als im jahrgangsbezogenen Unterricht.

Das jahrgangsübergreifende Lernen

Ab dem Schuljahr 2010/11 wurden die Kinder der ersten drei Jahrgangsstufen weitgehend gemeinsam unterrichtet, und ab dem Schuljahr 2011/12 alle vier Jahrgangsstufen.

Bereits am ersten Schultag werden die neuen Lernanfänger gespannt von ihren neuen Paten erwartet. Jeder Lernanfänger hat so von Beginn an einen festen Ansprechpartner, der ihm hilft, sich schnell in das neue Schulleben einzufinden. Die Kinder finden sich nach unserer Erfahrung so wesentlich schneller zurecht, als wenn sie nur mit Lernanfängern unterrichtet werden.

Bei der Einschulung kommen die Kinder mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen zu uns:

Einige Kinder haben schon bereits gute Zahlvorstellungen, können bereits Lesen oder erste Wörter schreiben. Andere hingegen sind noch sehr verspielt und können sich nur langsam in das Schulleben einfinden.

Diese Leistungsmischung bleibt auch in den höheren Jahrgängen feststellbar. Es gibt schnell lernende Kinder und Kinder, die langsamer lernen. Um kein Kind zu unter- oder überfordern, hat sich die Schule entschlossen, dass erfolgreiche Konzept der offenen Schuleingangsphase sukzessive auf alle Jahrgänge auszuweiten.

Um allen Kindern mit ihren unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gerecht zu werden und alle gemäß ihres Lernstandes fördern zu können, bietet das jahrgangsübergreifende Lernen die Möglichkeit jedes Kind dort abzuholen wo es steht. Ein Kind das bereits sehr gut rechnen kann, kann dort weitermachen, ein Kind mit wenigen Vorkenntnissen kann sich durch differenziertes Material langsam den Zahlenraum erarbeiten. Ähnliches gilt für den Leselern- oder Schreiblernprozess und deren Fortführung.

Vor der Einschulung und zu Beginn der Schulzeit, etwa bis zu den Herbstferien, wird bei den Lernanfängern genau überprüft, in welchen Bereichen ein Kind Stärken oder Schwächen hat. Daraufhin wird für jedes Kind ein individueller Lern- und Förderplan erstellt. Bei Stärken kann das Kind schneller Fortschritte machen, bei Defiziten wird versucht, diese durch gezielte Förderung und/oder Förderung im Lernstudio auszugleichen. Dieser Förderplan wird immer weitergeführt.

Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo und geht erst dann weiter, wenn Inhalte vollständig verstanden wurden. Es macht nach unseren Erfahrungen wenig Sinn, gleichschrittig den Zahlenraum zu erweitern, denn manche Kinder haben bereits gute Mengen- und Zahlvorstellungen und andere müssen sich diese erst erarbeiten. Wichtig ist nur, dass eine Erweiterung erst dann erfolgt, wenn die Grundlagen komplett verstanden wurden. Ansonsten werden diese Lücken immer größer und führen in der weiteren Schullaufbahn zu Verständnisschwierigkeiten.

Ähnliches gilt für den Lese- und Schreiblernprozess. Sind Laute und Buchstaben nicht richtig grundgelegt und gefestigt, kann ein Rechtschreiblernprozess nicht verstanden werden. Dies gilt auch für alle weiteren Lernprozesse Wenn Kinder so intensiv nach ihren individuellen Fähigkeiten gefördert werden, wie es das Schulgesetz vorsieht, kann dies im Sinne der Kinder im jahrgansübergreifenden Lernen erfolgen.

Kinder durchlaufen in der Regel die Grundschulzeit in vier Jahren und gehen dann mit den Kindern weiter an eine weiterführende Schule, mit denen sie eingeschult wurden. Einige sind aber bereits nach einem Jahr in der Eingangsphase so weit, um ins dritte Schuljahr übergehen zu können (oder von Klasse zwei nach Klasse vier). Ihnen wird das "Überspringen" erleichtert, da sie in ihrer gewohnten Lernumgebung, bei ihrer Klassenlehrerin und ihren vertrauten Klassenkameraden bleiben. Sie kennen also künftige Klassenkameraden bereits, verlieren so ihre Ängste und müssen sich nicht in einer komplett neuen Klasse zurecht finden. Da sie den gesamten Stoff schneller gelernt haben, haben sie keine Wissenslücken, die zunächst geschlossen werden müssen, wie es bei der klassischen Jahrgangsstufung der Fall ist. Kinder, die drei Jahre die Schuleingangsphase besuchen (bzw. länger in einer Klassenstufe bleiben müsse), werden nicht wie in anderen Systemen zurückgestuft, sondern verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung. Sie empfinden diesen Verbleib nicht als "sitzen bleiben" da sie weiterhin mit bekannten Klassenkameraden zusammen sind. Außerdem arbeiten sie dort weiter, wo sie gerade stehen und müssen nicht bereits bekannten Stoff wiederholen. Ihre Lernfreude bleibt so erhalten.

Der Erfolg gibt uns recht: Seit Einführung der offenen Schuleingangsphase erreichen die Kinder bei den Schulformempfehlungen bessere Ergebnisse als in den Vorjahren, so konnten in den letzten zwei Jahren rund 50 % unserer Kinder das Gymnasium und mehr als 40% die Realschule besuchen.

 

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